Hallo Welt!

20 06 2010

Jaja, ich vertehe die Message, die aus den Kommentaren spricht! Wir hinken mit unserem Internettagebuch ganz schön hinterher und ihr möchtet etwas aktuelleres lesen. Andererseits haben wir Christen doch das ganze Jahr Grund, Ostern zu feiern!?! 🙂 Trotzdem habt ihr Recht. Hier also eine thematische Zusammenfassung der letzten Wochen.

Die Arbeit
Nach Ostern haben wir uns (nachdem wir schon wochenlang intensiv im Internet und über verschiedene Hotlines nach Arbeit gesucht, überall aber nur Absagen bekommen hatten) direkt aufgemacht in ein Zentrum des Obst- und Gemüseanbaus: die Kleinstadt Stanthorpe in Queensland. Obwohl wir an der „National Harvest Hotline“ (nationale Erntehotline) davon abgeraten bekamen, weil dort zu viele Backpacker seien, sind wir auf gut Glück hingefahren. Dort gibt es ein sehr gutes Arbeitsvermittlungsbüro, das die gesamte Farmarbeit der Stadt koordiniert. Hier meldeten wir uns an, wurden aber direkt wieder entmutigt: derzeit werde nicht gesucht und die Saison sei sowieso fast vorbei. Hm. Wir checkten ganz Niedergeschlagen auf einem Campingplatz ein und schlugen unser Lager auf, als wir plötzlich eine SMS bekamen: Bitte meldet euch so schnell wie möglich im Arbeitsvermittlungsbüro. Den Job auf einer Salatfarm nahmen wir sofort euphorisch an. In den nächsten Tagen stellte sich heraus, dass wir tatsächlich 8 Stunden am Tag nur Unkraut ausreissen sollten. Teilweise vor den Traktoren im mörderischen Tempo und unter den Augen der Vorgesetzten, Nachmittags eher im Sitzen zwischen den Salatreihen und in gemächlichem aber gründlichen Tempo. Da hat man Momente, in denen man sich vornimmt, sich nie wieder über eine Arbeit in Deutschland zu beschweren! Verstärkt wurde dieser Eindruck, als wir nach den ersten zwei Arbeitstagen kaum laufen konnten vor Schmerzen in jeder einzelnen Faser des Körpers. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ALLES wehgetan hat. Liegen, sitzen, stehen, gehen. Da es nur Muskelkater war, war es eigentlich guter Schmerz! 😉
Nach knapp 3 Wochen, als es dann nachts auch auf die null Grad zuging, beschlossen wir, dass es Zeit war, weiter zu reisen. Mittlerweile sind auch die Schmerzen in den Knien wieder vollkommen weg. 🙂

Ein anderes Mal habe ich einen ganzen Vormittag lang eine Farm nach der anderen angerufen und durch absoluten Zufall einen Job auf einer Maracuja-Farm bekommen. Anfangs nur für eine Person, ab dem 2. Tag aber auch für Marcus. Leider waren wir dort immer schon nach 3-4 Stunden fertig mit der Ernte. Passionsfrüchte werden übrigens nur geerntet, wenn sie bereits auf den Boden gefallen sind. In Australien bekommt man sie als frische Früchte in jedem Supermarkt zu kaufen. Sie sehen einer Kiwi von der Form und Farbe her ähnlich, haben aber eine harte Schale. Sie haben nur wenig Fruchtfleisch um die Kerne, ähnlich wie bei Granatäpfeln, wobei die Kerne aber so gross sind wie in einer Wassermelone. Der Job ging sehr ins Kreuz, aber auch nur wegen der Muskelbelastung, war also nicht schlimm von den Nachwirkungen her. Da wir hier mit den wenigen Wochenstunden halsoviel verdient haben wie auf der Salatfarm, sind wir nach einer Woche weitergezogen.

Seit dem sind wir auf der Suche nach Arbeit. Derzeit ist Winter in Australien, aber im tropischen Norden ist es sehr angenehm! In Cairns z.B. ist es tagsüber schwüle 25 Grad, nachts kühlt es nur auf 20 Grad herunter. Gerade wenn man campt, wie die meisten Backpacker, ist das sehr wichtig. Im Süden, zum Beispiel in Melbourne, ist es gerade wie in unserem Herbst: Recht nass und tagsüber gerade mal 15 Grad. Nicht so schön. Also sind die ganzen Backpacker an der nördlichen Ostküste. Alle suchen nach Arbeit. In den Touristeninformationen, in Backpackerhostels, auf den günstigen Caravanplätzen, auf den Farmen… überall reagiert man auf die Frage nach Arbeit völlig genervt: Hier kommen täglich 20 Backpacker vorbei auf der Suche nach Arbeit, aber wir brauchen niemanden mehr! In einigen Hostels und Campingplätzen (die Farmer rufen dort immer an, wenn sie neue Arbeiter brauchen) hat man uns noch nicht mal auf eine Warteliste geschrieben, geschweige denn einen Platz zum Übernachten gegeben. Es ist einfach ÜBER VOLL! Eine Dame sagte, in diesem Jahr kämen doppelt so viele Backpacker vorbei als im letzten. Wenn dann noch rauskommt, dass wir Deutsche sind kommt nur ein enttäuschtes: Hier sind so viele Deutsche…

Dementsprechend gerne sind wir also gesehen. Wir ziehen unsere Lehre und reisen weiter. Trotzdem stirbt die Hoffnung (in unserem Fall auf Arbeit) zuletzt und wir kratzen immer wieder unseren Optimismus zusammen, fragen wieder nach Arbeit, nur um immer wieder die gleiche niederschmetternde Antwort zu bekommen. Hm. Aber irgendwann muss es doch klappen?! Wir geben nicht auf! Vielleicht sind im Süden um Adelaide nicht so viele Backpacker…

Die Landschaft
Nun zu etwas schönem! Je weiter wir in den Norden reisen, desto tropischer wird das Klima und die Pflanzenwelt, was wir sehr schön finden! Bis vor kurzem war hier noch eine 4-monatige Regenzeit und alles ist herrlich grün. Im tropischen Klima blühen die Pflanzen auch das ganze Jahr über. Es gibt viiiieeele Palmen (herrlich!) und viele verschiedene Farne. Und es gibt viele alte grosse und dicke Bäume. Viele, die wir in Europa natürlich nicht haben. Ich mache immer „grüne Fotos“ wie ich sie nenne, ganz zu Marcus Leidwesen, weil es schon so viele sind. Ich möchte für unsere Wohnung die schönsten Blätter- und Pflanzenbilder aussuchen und eine kleine Galerie machen.

Natürlich sind wir auch am Great Barrier Reef vorbei gekommen. Der „Marine National Park“, der für seinen Schutz eingerichtet wurde, hat die Grösse der Bundesrepublik! Wir haben am südlichsten Ende einen Schnorchelausflug gemacht. Das war sicherlich ein Highlight unserer Reise! Obwohl ich eigentlich eine gewisse Angst vor natürlichen Gewässern habe und nicht gerne schwimmen gehe, war es hier in Ordnung für mich und ich konnte die wunderschönen Fische geniessen! Es war so, als würde man in einem riesigen, wunderschönen Aquarium schwimmen. Das Wasser war angenehme 20 Grad warm, man bekam einen Neoprenanzug und Schnorchelausrüstung inklusive Schwimmflossen. Marcus war ganz glücklich, dass er sogar eine Schildkröte entdeckt hat. In unserem Ausflug war ausserdem eine Führung über die nahegelegene Insel Lady Musgrave Island enthalten. Ich finde die Geschichte zu ihrer Namensgeberin so schön: Lady Musgrave lebte im 18. Jahrhundert und war eine Dame aus höheren Kreisen, die gerne zu Tee-Veranstaltungen eingelud. Da die Menschen weit auseinander lebten und die Reisen lang und beschwerlich waren, dauerten diese „Tees“ mehrere Tage. In diesen Tagen lebten also viele Leute auf einem Anwesen. Man trank viel Tee und tauschte Neuigkeiten aus, die Männer spielten Cricket oder andere Sportarten und Abends wurde am Klavier gemeinsam musiziert. Ist das nicht romantisch? *seufz* Und dabei hatten die Frauen wunderschöne aufwendige Kleider und die Männer waren noch echte Gentlemen. 😉 Und man ass von Blumentellern mit Goldrand und mit Siberbesteck. Herrlich! Ok, ich lasse gewisse Unannehmlichkeiten dieser Zeit weg, ich gebe es zu. Ich schweife auch vom Thema ab…  Diese Lady Musgrave war natürlich nie selbst auf dieser Insel, aber sie wurde zu ihren Ehren nach ihr benannt.
Diese Insel besteht aus abgestorbenen Korallenschichten. Auf ihr wachsen Bäume, sie mit dieser Bodenbeschaffenheit zurechtkommen und an anderen Orten nicht wachsen. Ausserdem müssen sie mit einem gewissen Salzwassergehalt aus dem Boden umgehen können. Ein Baum, ich weiss leider den Namen nicht mehr, nimmt das ganze Salzwasser in sich auf und dann hat er an jedem Ast eine Blättergruppe. In ein Blatt dieser Blättergruppe schickt der Baum dann immer das überschüssige Salz. Das wird mit der Zeit immer gelber bis es dann abfällt. Das ist dann das Opferblatt, sagte unsere Inselführerin. Fand ich eine interessante Geschichte. Einer für alle…

Sonst gibt es hier noch von den riesigen Schmetterlingen zu berichten. Sie sind sehr schön und bunt und haben Flügel von der Grösse von vielleicht grossen Ohren oder so. Mir fällt keine gute Beschreibung ein.

Begegnungen
Was unsere Reise unglaublich bereichert sind die spanndenen Bekanntschaften, die wir machen. Jede Woche treffen wir im Gottesdienst interessante Leute, oft werden wir zum Mittagessen oder nach dem gemeinsamen Gemeindemittagessen in Familien eingeladen und lernen ihr zuhause und ihre manchmal sehr interessanten Ansichten kennen. Manchmal wwoofen wir auch. Das bedeutet wir dürfen bei einer Familie wohnen und essen und bekommen helfen ihnen als Gegenleistung mit dem Haushalt oder dem Garten. Eine herausragende Erfahrung war, als wir bei Benno und Sascha in Nambour an der Sunshinecoast, kurz über Brisbane gewohnt haben. Die beiden sind so nett und offen, dass wir uns so richtig wohl und zuhause gefühlt haben und direkt 3 Wochen geblieben sind. 🙂 Wir hoffen sehr, dass uns die beiden in Deutschland besuchen kommen!
Überhaupt lernt man so viel, wenn man neue Leute kennen lernt. An diesem Wochenende zum Beispiel durften wir auf dem Grundstück einer Familie mit 7 Kindern campen. Sie haben sich gestern Abend und heute Vormittag Zeit genommen, sich mit uns zu unterhalten, was unglaublich spannend war. Wo sonst hat man die Möglichkeit, aus erster Hand über „Homeschooling“ zu erfahren?! Die Mutter dieser 7 Kinder unterrichtet 4 von ihnen tatsächlich komplett selbst zuhause. In Australien ist das komplett legal und wird von der Regierung unterstützt, der Leistungsstand wird aber auch in 3 Fächern  überprüft: Mathe, Englisch und ein „Wahlfach“.
Wenn ich Zeit hätte, könnte ich noch so viel mehr erzählen…

Der Ausblick
Morgen werden wir mal wieder gen Westen aufbrechen, wir reisen mit gewissem Abstand zur Küste im Norden Richtung „Mitte“. Dann geht es relativ zügig durch die Wüste nach Süden über Alice Springs zum Uluru (Ayers Rock) und weiter nach Adelaide (an der Südküste) und von dort zurück östlich nach Melbourne. Und dann dauert es auch gar nicht mehr so lange, bis wir nach Hause kommen. 🙂

Seid ganz lieb gegrüsst!
Lisa und Marcus



Nachtrag: Wir waren bei Hillsong!

17 05 2010

Ja, wir haben es getan! Am 28. März 2010 haben wir die Hillsong-Gemeinde in einem Vorort Sydneys besucht. Auf dem Weg dorthin wurde uns klar, warum die Gemeinde so heisst: Sie liegt im „Hills-Destrict“ Sydneys und dort geht es wirklich hügelig zu.

Besonders durch einige „moderne Kirchenlieder“, die von Künstlern dieser Kirche verfasst wurden und heute in vielen christlichen Kreisen verbreitet sind, ist die Hillsong-Church weltweit bekannt geworden. Beispiele solcher Lieder sind: „Mein Jesus, mein Retter“, „Jesus, Lover of my Soul“, „Mein Erlöser lebt“, „The Potter’s Hand“, „Worthy is the Lamb“ oder „Ich leg mein Leben vor dich hin“.
Urspünglich hiess die 1983 gegründete Pfingstgemeinde Hills Christian Life Centre. Doch der Bereich Musik war offenbar so dominant für das Selbstverständnis der Gemeinde, dass daraus die Hillsong Church wurde. Inzwischen gibt es Hillsong-Tochtergemeinden im Zentrum von Sydney sowie in London, Kiew, Paris, Moskau, Kapstadt und Stockholm.

Noch eine kleine Vorgeschichte zum nachträglichen Bericht: Eigentlich wollten wir uns bereits am 21. März einen Gottesdienst von Hillsong besuchen. Die Adresse hatten wir bereits herausgesucht und auf dem Stadtplan gefunden. Als wir dann morgens pünktlich losfuhren, vergassen wir aber beide den Zettel mit der Adresse und auf der Karte konnten wir nicht mehr sicher bestimmen, wo die Kirche denn nun genau ist. Wir hatten es uns halt ein paar Tage vorher angeschaut 😉 Aber wir meinten, dass wir es schon finden werden und waren uns relativ sicher, auf welcher Strasse wir fündig werden sollten.
1,5 Stunden und etliche gefahrene Kilometer später waren wir uns dann einig, dass es wohl heute nicht mehr werden sollte. Wir fragten mindestens fünf Passanten: Keiner hatte einen richtigen Tipp. „Super PR-Arbeit“, dachten wir uns.  Auf unserer Irrfahrt fanden wir alles Mögliche: Church of Christ, Modern Baptist Church, Contemporary Church, Salvation Army, Presbyterian Church und sogar eine Gemeinde vom Adventist Reform Movement! Aber von Hillsong, keine Spur. Später erfuhren wir, dass wir einfach im verkehrten Stadtteil gesucht hatten 😉

Eine Woche später entstanden dann diese Fotos:


Da waren wir nun. Zunächst wurde uns ein Platz auf dem riesigen Parkplatz zugeteilt, dann gingen wir ins Innere, vorbei am Kaffeestand und dem CD-Laden. Der Saal erinnerte uns zunächst an etwas wie die Arena in Oberhausen. „Wow, das ist ja wie bei einer grossen Konferenz!“ Erst bei genauerem Hinsehen wurde klar, dass die Halle doch etwas kleiner ist als Oberhausen. Aber dennoch für viele tausend Menschen.

Nach dem ich in meinem Leben nun schon die eine oder andere merkwürdige und übertriebene Aktion in charismatisch-geprägten Veranstaltungen erlebt habe, war ich gespannt, was nun passieren wird. Zunächst wurden ein paar Lieder gesungen und begrüsst. Einer der Sänger hatte etwas orientalisch-türkisches. Wir überlegten, ob er nicht vielleicht in Herne einen besseren Dienst tun könnte?! Aber nach dem Gottesdienst haben wir ihn dann doch nicht angesprochen und ihm vom Ruf ins Ruhrgebiet erzählt. Vielleicht ein ander‘ Mal 😉

Was folgte, war genauso unaufgeregt wie die Musikzeit: Eine Kindersegnung, Werbung für die Ostergottesdienste und andere Bekanntmachungen – und schliesslich die Predigt. Es ging um den Bibeltext aus 2. Korinther 3,3, in dem Paulus der Gemeinde in Korinth schreibt : „Ihr seid ein Brief Christi, von uns geschrieben, aber nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes: nicht auf Steintafeln, sondern in die Herzen der Menschen.“
Zum Thema Briefe hatte der Sprecher dann einige autobiographische Beispiele, die er genauso geschickt zur Illustration einsetzte wie Infos über antike Briefe im Allgemeinden und die sieben Briefe an sieben Gemeinden in der Offenbarung (Offenbarung 2 und 3). Seine (subjektiv von mir zusammengefasste) Botschaft: Christen sollen wertschätzende, freundliche und authentische Briefe Gottes an alle Menschen sein!

Nach der Predigt war das Programm dann auch direkt zu Ende. Alles in allem war ich also sehr zufrieden: Ein schöner, motivierender und zum-Nachdenken-anregender Gottesdienst.

Danach schauten wir uns noch kurz in der Umgebung um: Um die Halle führte ein Rundgang, u.a. mit einem CD- und Buchladen. Wir haben uns nach dem Gottesdienst die neue TobyMac-CD gekauft, schliesslich war ja Sonntag 😉 Nach dem dritten Hören mögen wir die CD übrigens beide sehr gerne – wer diese Art von Musik mag, wird auf jeden Fall seine Freude damit haben!

Und das war’s auch schon…

Marcus



Autogramme nach dem Gottesdienst

30 03 2010

Morgens halb zehn in Australien: So etwas haben wir noch nie erlebt! Bereits 15 Minuten vor Beginn der Bibelgespraechskreise (!!!) war der Parkplatz der groessten Adventgemeinde in Sydney ueberfuellt. Also sind wir ins Parkhaus vom STA-Krankenhaus nebenan (dazu mussten wir dann noch unser Surfboard auf dem Dach abbauen, naja). Dann wollten wir in den Gemeindesaal, voll! Seit ueber einer Stunde! Uns wurde aber versprochen, dass es eine Live-Uebertragung in ein nahegelegenes Community-Centre gibt. Also haben wir uns  auf den Weg gemacht und tatsaechlich noch einen Platz gefunden, die Halle war erst halb voll. Da das Bibelgespraech vom Podium, per Video uebertragen, nicht wirklich viele Leute interessiert hat, sassen wir da erstmal eine knappe Stunde, hin- und hergerissen zwischen Zuhoeren, selber reden und doch noch zu versuchen, einen Platz im Gemeindesaal zu finden. Naja, wir sind da geblieben, haben unseren Platz verteidigt und darauf gehofft, dass es in der zweiten Stunde ruhiger wuerde.

So war es dann auch: Sobald Ben Carson im Bild war (wir sassen ja nun vor einer Leinwand), war es ruhig. Nach einer laengeren Vorstellung, in denen von Ben Carsons 50 Ehrendoktortiteln (!), seiner Professur, seinen bahnbrechenden Operationen und seinem Australienaufenthalt in Perth berichtet wurde, ging dann endlich das „Event“ los, auf das alle gewartet hatten: Die Predigt vom Neurochirurgen Prof. Dr. Dr. Dr. Dr. (…) Benjamin Carson. Man muss dazu sagen, dass er fuer die Vorstellung seiner Person nicht wirklich etwas kann, er zweifelsfrei ein erfolgreicher Mann ist und durchaus sehr sehr sympathisch spricht und „rueberkommt“.

Die Predigt startete mit einem Bericht, wie er per Flugzeug nach Australien gekommen ist. Das war schonmal eine laengere lustige Geschichte. Danach ging es weiter mit Geschichten aus seinem Leben, die er als geuebter Redner humorvoll und doch voller Aussagekraft praesentierte. Insgesamt war es eine inspirierende und motivierende Zeit. Die Botschaft: Gott hat in jeden Menschen Potential gelegt, dass es zu entdecken gilt! Er selbst hat es aus dem Ghetto zum Dr. Dr. Dr. (…) geschafft. Und gleichzeitig gibt er sich groesste Muehe, nicht sich selbst, sondern Gott zu ruehmen, u.a. durch einen Film, der vor garnicht langer Zeit ueber ihn gedreht wurde. Man muss ja nicht gleich Prof. Dr. Dr. werden, doch etwas aus seinem Leben machen, Gott dem Schoepfer vertrauen und nicht nach Entschuldigungen suchen, wenn etwas nicht so gut klappt – das sind Dinge, die wohl jeder auf seine Art umsetzten kann. Wie gesagt, es war sehr motivierend!

Wer mehr ueber Ben Caron wissen moechte, kann gerne seine Buecher lesen oder zumindest in den Wikipedia-Eintrag  schauen 😉


Wie ihr auf den Bildern erkennen koennt, gab es nach dem Gottesdienst nicht nur Applaus, sondern auch Autogramme, Fotos und eine ziemlich lange Schlange. Wir haben uns „nur“ fuer die Fotos entschieden 😉 Das war ein Gottesdienst…

Marcus



In der Hauptstadt

28 03 2010

Canberra (Betonung auf der ersten Silbe), die Hauptstadt Australiens, wird vom gemeinen Australier im Westentlichen belaechelt. „Da ist doch nix!“ „Sehr unspektakulaer… Braucht ihr eigentlich gar nicht hin!“ „Also wir bleiben hoestens 2 Tage da, wenn wir mal hinfahren.“ Der Grund: Die Stadt ist keine „natuerliche“ Hauptstadt, sondern wurde vor knapp 100 Jahren gegruendet, geplant und besiedelt um Hauptstadt zu sein, da man sich nicht auf Melbourne oder Sydney einigen konnte.

Und so sieht es da auch aus. 😉 Die Stadt ist auf dem Reissbrett entstanden, jeder Strassenverlauf ist geplant. Dementsprechend haben wir uns erst einmal gar nicht zurecht gefunden. Staendig verfahren, die Verkehrsfuehrung nicht verstanden… Sehr anstrengend! Und dann.. sieht man eigentlich nur Gruen und hin und wieder ein wichtig aussehendes Gebaeude, allerdings sehr vereinzelt. Ok, ich uebertreibe. Trotzdem ist die Stadt sehr ueberschaubar und wirkt recht laendlich mit ihren vielen Gruenflaechen und gerade einmal 340.800 Bewohnern (weniger als Bochum!). Bei einem Abenspaziergang war im Zentrum der Stadt im Viertel mit den Restaurants und Cafes um 10 Uhr alles verschlossen! „Schlimmer als in Herne!“ dachten wir uns…

Wir haben die Stadt aber dann doch schaetzen gelernt! Auf der Hitliste ganz oben stand natuerlich die National Library mit dem kostenlosen unbegrenzten Internetzugang, dicht gefolgt von den vielen staatlichen Einrichtungen wie Old Parliament House, Parliament House, Demokratie-Ausstellung, National Portrait Gallery, High Court, War Memorial uvm, die man kostenlos besichtigen konnte, teilweise mit kostenlosen Fuehrungen, auf jeden Fall immer mit sehr gutem Infomaterial und -personal ausgestattet. Herausragend spannend war der Besuch einer Sitzung des Repraesentantenhaus. Ich bin kein Politikexperte, aber ich wuerde es als aehnlich zum Bundestag beschreiben. Nur, dass es (wie fast alles in Australien) sehr viel lebhafter und informeller zuging. Wirklich sehr interessant! Der „Mr. Speaker“ (vielleicht aehnlich wie der Bundestagspraesident) musste immer zur „Order!“ aufrufen. Und einen, der einen ganz ungezogenen Kommentar gemacht hat, hat er rausgeschmissen. Der musste wirklich gehen. Das ganze erinnerte eher an eine Schulklasse am letzten Tag vor den Sommerferien. 😉 Insbesondere die Opposition schreit staendig irgendwelche Beleidigungen zur Regierungsseite herueber. Alle wild durcheinander und ganz laut. Auf der anderen Seite gibt es einige Formalia, die es so glaube ich bei uns gar nicht gibt. Beispielsweise muss sich jeder der Abgeordneten und der „Saalordner“ mit einem Kopfnicken vom „Mr. Speaker“ verabschieden, wenn er den Saal verlaesst.

Sonst ist noch nennenswert, dass wir die Heckscheibe unseres Pajero in einer Nacht eingetreten haben. Wir wissen nicht, wer von uns beiden es war, wir wissen auch nicht, wann oder wie es genau passiert ist. Ich fand nur am Morgen, dass die Scheibe so weich war, als ob sie nachgeben wuerde. Wir haben von Innen eine Folie gegen die Hitze angebracht, sodass Marcus dann irgendwann ausgestiegen ist, um zu sehen, dass die Scheibe noch drin war aber in 1000… Teilen. Natuerlich ist uns das Ganze in einer Nacht auf einen Feiertag passiert, sodass wir noch einen weiteren Tag damit herumfahren mussten. Da wir uns nicht getraut haben, darin noch einmal zu schlafen, haben wir uns wohl oder uebel ein billiges (fuer uns aber immer noch teures) Hotelzimmer geleistet. Naja. Jetzt ist alles wieder gut. Aufgrund dieser Umstaende und anderer Widrigkeiten sind wir alles in allem doch ueber eine Woche in der Stadt geblieben, die ja eigentlich nichts zu bieten hat. 😉

Wie meistens am Ende noch ein paar Impressionen… 

 

Lisa



Snowy Mountains

20 03 2010

So, hier gibt es mal wieder ein paar Bilder von unseren Abenteuern. Heute von den Snowy Mountains, die wir am 3. Maerz ueberquert haben. Sehr schoen dort, oder? Wir haben es genossen, auf einem kleinen Campingplatz direkt am Fluss zu uebernachten, wo sonst niemand war!

Ansonsten war diie Strasse, direkt am Abhang, zum Teil ein Abenteur. Vor lauter Aufregung haben wir davon natuerlich keine Fotos gemacht. Aber wir haben alles gut ueberstanden!

 

Bald mehr aus dem Aussieland,
Marcus

PS: Heute nach dem Gottesdienst habe ich den ersten Prediger gesehen, der Autogramme an hunderte von Personen unter Blitzlichgewitter verteilt hat. Ehrlich! In einer Adventgemeinde! Demnaechst mehr 😉