In der Hauptstadt

28 03 2010

Canberra (Betonung auf der ersten Silbe), die Hauptstadt Australiens, wird vom gemeinen Australier im Westentlichen belaechelt. „Da ist doch nix!“ „Sehr unspektakulaer… Braucht ihr eigentlich gar nicht hin!“ „Also wir bleiben hoestens 2 Tage da, wenn wir mal hinfahren.“ Der Grund: Die Stadt ist keine „natuerliche“ Hauptstadt, sondern wurde vor knapp 100 Jahren gegruendet, geplant und besiedelt um Hauptstadt zu sein, da man sich nicht auf Melbourne oder Sydney einigen konnte.

Und so sieht es da auch aus. 😉 Die Stadt ist auf dem Reissbrett entstanden, jeder Strassenverlauf ist geplant. Dementsprechend haben wir uns erst einmal gar nicht zurecht gefunden. Staendig verfahren, die Verkehrsfuehrung nicht verstanden… Sehr anstrengend! Und dann.. sieht man eigentlich nur Gruen und hin und wieder ein wichtig aussehendes Gebaeude, allerdings sehr vereinzelt. Ok, ich uebertreibe. Trotzdem ist die Stadt sehr ueberschaubar und wirkt recht laendlich mit ihren vielen Gruenflaechen und gerade einmal 340.800 Bewohnern (weniger als Bochum!). Bei einem Abenspaziergang war im Zentrum der Stadt im Viertel mit den Restaurants und Cafes um 10 Uhr alles verschlossen! „Schlimmer als in Herne!“ dachten wir uns…

Wir haben die Stadt aber dann doch schaetzen gelernt! Auf der Hitliste ganz oben stand natuerlich die National Library mit dem kostenlosen unbegrenzten Internetzugang, dicht gefolgt von den vielen staatlichen Einrichtungen wie Old Parliament House, Parliament House, Demokratie-Ausstellung, National Portrait Gallery, High Court, War Memorial uvm, die man kostenlos besichtigen konnte, teilweise mit kostenlosen Fuehrungen, auf jeden Fall immer mit sehr gutem Infomaterial und -personal ausgestattet. Herausragend spannend war der Besuch einer Sitzung des Repraesentantenhaus. Ich bin kein Politikexperte, aber ich wuerde es als aehnlich zum Bundestag beschreiben. Nur, dass es (wie fast alles in Australien) sehr viel lebhafter und informeller zuging. Wirklich sehr interessant! Der „Mr. Speaker“ (vielleicht aehnlich wie der Bundestagspraesident) musste immer zur „Order!“ aufrufen. Und einen, der einen ganz ungezogenen Kommentar gemacht hat, hat er rausgeschmissen. Der musste wirklich gehen. Das ganze erinnerte eher an eine Schulklasse am letzten Tag vor den Sommerferien. 😉 Insbesondere die Opposition schreit staendig irgendwelche Beleidigungen zur Regierungsseite herueber. Alle wild durcheinander und ganz laut. Auf der anderen Seite gibt es einige Formalia, die es so glaube ich bei uns gar nicht gibt. Beispielsweise muss sich jeder der Abgeordneten und der „Saalordner“ mit einem Kopfnicken vom „Mr. Speaker“ verabschieden, wenn er den Saal verlaesst.

Sonst ist noch nennenswert, dass wir die Heckscheibe unseres Pajero in einer Nacht eingetreten haben. Wir wissen nicht, wer von uns beiden es war, wir wissen auch nicht, wann oder wie es genau passiert ist. Ich fand nur am Morgen, dass die Scheibe so weich war, als ob sie nachgeben wuerde. Wir haben von Innen eine Folie gegen die Hitze angebracht, sodass Marcus dann irgendwann ausgestiegen ist, um zu sehen, dass die Scheibe noch drin war aber in 1000… Teilen. Natuerlich ist uns das Ganze in einer Nacht auf einen Feiertag passiert, sodass wir noch einen weiteren Tag damit herumfahren mussten. Da wir uns nicht getraut haben, darin noch einmal zu schlafen, haben wir uns wohl oder uebel ein billiges (fuer uns aber immer noch teures) Hotelzimmer geleistet. Naja. Jetzt ist alles wieder gut. Aufgrund dieser Umstaende und anderer Widrigkeiten sind wir alles in allem doch ueber eine Woche in der Stadt geblieben, die ja eigentlich nichts zu bieten hat. 😉

Wie meistens am Ende noch ein paar Impressionen… 

 

Lisa



Aktionen

Informationen

Schreib einen Kommentar

Du kannst diese Tags verwenden : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>