Was wir an Australien lieben…

9 03 2010

1. Die oeffentlichen Toiletten. Das ist wirklich ganz anders als in Deutschland! Wohin man auch sieht oder geht, fast immer ist eine oeffentliche Toilette ausgeschildert. Immer kostenlos! Und meistens gut gepflegt. Das wuenschen wir uns auch fuer Deutschland, wo man oft nach einem Oertchen suchen muss, in Restaurants fragt, Geld bezahlt und man sich meistens fragt, wann hier das letzte mal geputzt wurde. Hut ab vor den Australiern…die Toiletten sind ein echter Service (und ab und zu gibt es dort sogar Duschen, sodass man als Backpacker hart verdientes Geld sparen kann, weil man nicht in ein Hostel oder auf einen Caravanpark muss, super ;)).

2. Ginger-Beer. Das kannten wir vorher nicht und zunaechst ist es auch etwas gewoehnungsbeduerftig. Inzwischen schmeckt uns die aklholfreie Alternative zum deutschen akloholfreien Bier aber ganz gut. Zu kaufen gibt es Ginger Beer in verschiedenen Variationen in allen Supermaerkten. Ab und zu ist es also eine leckere Alternative zum Leitungswasser :).

3. Das milde Wetter. Obwohl es hier mehr regnet als erwartet, ist das Wetter meist deutlich milder als in Deutschland. Das campen wird einem dadurch um einiges erleichtert. Das hilft zwar nicht weiter, wenn es regnet – aber nach spaetestens zwei bis drei Tagen trocknet alles „ratzfatz“. Denn wenn die Sonne einmal ungehindert auf die australische Erde scheint, wird es direkt warm bis heiss – und man muss neues Eis fuer den Esky (Camper-Kuehlschrank) kaufen.

4. Die Touristen-Informationen. In jedem Ort ab ca. 50 Einwohner gibt es eine Touristeninformation, in der man mit mehr Karten- und Prospektmaterial eingedeckt wird, als man in einer durchschnittlichen PKW-Seitentuer verstauen kann. Man muss nur den blauen Schildern am Ortseingang folgen und erfaehrt sehr schnell alles wichtige: Campingplatz, Schwimmbad, Duschen, Bibliothek, Supermarkt, Sehenswuerdigkeiten, Wanderwege, etc. Das erstspart das eine oder andere Dutzend an Kilometern, die man sonst mit „Suchen“ und „Rumfahren“ verbringen wuerde.

5. Die Natur. Wenn man eine australische Landkarte betrachtet, wimmelt es dort nur so vor Nationalparks. Zum Spazieren und Wandern gibt es also viele Moeglichkeiten. Ein paar Bilder haben wir ja schon veroeffentlicht. Dazu kommen die Berge (von den Einheimischen oft von selbst sehr selbstkritisch aber richtig als „Huegel“ bezeichnet), das Meer, Straende, Botanische Gaerten, Wiesen und Felder. Frische Luft ist also ausserhalb Melbourns oder Sydneys garantiert. Nur die Voegel, die sind manchmal morgens etwas laut. Aber ansonsten: Sehr erholsam (wenn es nicht gerade regnet).

6. Oeffentliche Bibliotheken. Wenn es etwas neues in unserem Blog zu lesen gibt, wisst ihr, dass wir eine oeffentliche Bibliothek gefunden haben. So eine Bibliothek gibt es in jeder mittelgrossen Stadt und sie ist stets kostenlos. Der einzige Haken ist, dass man oft nur eine oder eine halbe Stunde am PC sitzen darf (dann moechte naemlich jemand anderes diesen Service nutzen). Das hat zur Folge, dass wir bisher erst einmal im Internetcafe waren. (Ok, auch bei verschiedenen Privatpersonen haben wir schon den WWW-Anschluss genutzt, Danke an dieser Stelle!). Trotzem: Die Bibliotheken sind toll!

7. Woolworths. Woolworths (ja, mit „s“!) ist hier kein Kaufhaus, bzw. „Alles-Laden“, sondern ein Supermarks, den wir besonders gerne Besuchen. Er ist gross, hat neben Lebensmitteln auch anderen Haushaltsbedarf und wenn man die „Home Brand“-Produkte kauft, kann man eine Menge Geld sparen. Die sind naemlich mindestens genau so guenstig wie die australischen ALDI-produkte (ja, das haben wir untersucht;)). Ausserdem wird an der Kasse alles Eingekaufte in Plastiktueten verpackt, sodass man das nicht selbst machen muss. Es dauert dadurch zwar manchmal etwas laenger an der Kasse, aber dafuer bekommt man kostenlos ein paar Muelltueten mit. Das gefaellt uns. Als Bonus bekommt man dann noch Tankgutscheine, mit denen man bei einer bestimmten Tankenkette recht guenstig tanken (was sonst?) kann. Das nutzen wir natuerlich auch gerne. 4 (australisch) Cent Ersparnis pro Liter rechnen sich bei einem 120 Liter-Tank natuerlich recht schnell…

8. Die Kontaktfreudigkeit. Es sind zwar nicht ALLE Australier zuvorkommend und die Freundlichkeit in Person, doch insgesamt ist hier ein aufgeschlossenes Voelkchen anzutreffen. Gerade auf dem Land wird man freundlich begruesst und in einen smalltalk verwickelt, ob nun im General Store (der Name ist Programm), auf der Toilette oder beim Picknick im Park. Immer heisst es „Hey Mate, how’re you doing?“ …man ist schnell „per du“. Und auch wenn einem die Australier bei einer Frage nicht weiterhelfen koennen, geben sie sich Muehe, fragen jemanden anderen oder wuenschen zumindest „good on ya“.

So…jetzt wisst ihr hoffentlich etwas mehr ueber das australische Leben im Allgemeinen und unseren Alltag im Besonderen. Mal sehen, ob uns demnaechst noch mehr auffaellt.

Marcus



Wilsons Prom: Nationalpark und Surf-Paradies

9 03 2010

Direkt nach Phllip Island, also am 6. und 7.  Februar 2010, besuchten wir den Nationalpark auf Wilsons Promontory (kurz: „Wilsons Prom“ oder „The Prom“). Es handelt sich dabei um einen wunderschoenen Nationalpark, der gelegentlich als Naherholungsgebiet fuer Melbourne dient. Schliesslich faehrt man nicht viel laenger als drei Stunden, das ist fuer den durchschnittlichen Australier nicht viel. Was es dort zu sehen gibt, koennt ihr euch in Auschnitten hier anschauen:

 

Ansonsten sei noch erwaehnt, das uns eines abends ein Wallaby besuchte, an unserem Surfboard entlang hoppelte und uns beim Essen zusah. Irgendwann verschwand es dann wieder im Busch. Anscheinend war es Menschen gewoehnt.

Als allerdings am naechsten Morgen lauter Muell vor unserem Auto lag, wussten wir recht schnell, dass daran ein anderer Bewohner Australiens „Schuld“ war (wir sammeln unseren Muell naemlich fuer gewoehnlich in einer Plastiktuete): Ein Wombat. Es wird zwar ueberall davor gewarnt, dass man keine Essensreste im Zelt oder gar im Freien lagern soll, weil so ein Wombat das wohl schnell riecht – doch unsere Muelltuete hatten wir einfach am Auto vergessen. Naja, geklaut hat er nichts, wir mussten die Sachen dann nur wieder einsammeln (und das haben wir als geuebte Deutsche natuerlich auch gemacht!)

Auf Wilsons Prom kam auch unser bereits erwaehntes Surfboard zum ersten Mal zum Einsatz. Es waere nun uebertrieben, wenn ich (Marcus) behaupten wuerde, dass ich damit surfen war. Aber immerhin bin ich etwas im liegen auf den Wellen geritten. Fuer’s erste Mal fand ich das ganz in Ordnung, vor allem weil wir wohl kein Anfaengerboard, sondern mindestens eins fuer Fortgeschrittene haben. (Das werde ich demnaechst auch weiterhin als Ausrede anfuehren, wenn es mit dem Surfen nicht so klappt 😉 Wenn es gen Norden geht, wird das Wetter und somit auch das Meer etwas waermer. Das ist eben genau anders herum als im „Alten Europa“. Vor der Kueste Sydneys sollen dann angeblich perfekte Bedingungen zum Surfen herrschen. Wir lassen uns ueberraschen!

Marcus



Zu Besuch bei Pinguinen

8 03 2010

Am 4. und 5. Februar 2010 waren wir auf Besuch bei der Grossfamilie Pinguin.

An einem regnerischen Donnerstag erreichten wir Phillip Island. Entgegen unserer Gewohnheit suchten wir uns einen kostenpflichtigen Campingplatz, da die Ranger auf dieser Insel sehr streng sind und Strafen verteilen, wenn man „in der Wildnis“ uebernachtet. So hatten wir immerhin Dusche und sogar einen Pool. 🙂

Neben uns campte ein sehr nettes Paar, das ebenfalls deutsch und im Besitz eines Working-Holiday-Visas war und uns ganz begeistert erzaehlte, dass es hier auf Phillip Island ganz einfach sei, Arbeit zu finden. Sie waeren jetzt auch schon eine Woche hier, wuerden auf dem Platz putzen und an der Rezeption sitzen, kostenlos wohnen und ganz gut verdienen. Also gut, am Freitag machten wir uns auf und suchten den ganzen Tag lang nach Arbeit. An einem schoenen Ort kann man ja ruhig auch laenger bleiben… Leider bekamen wir nur „wir melden uns dann bei Ihnen“ (was wie erwartet nie geschah), „sorry, wir beschaeftigen nur Ortsansaessige“ oder „warum seid ihr nicht in den Sommerferien gekommen???“ zu hoeren. Also gingen wir am Abend leicht deprimiert zur Penguin-Parade – um dort wieder entschaedigt zu werden. Auf der Eco-Tour konnten wir eine Rangerin alles ueber Pinguine fragen, was uns eingefallen ist und abends konnten wir die ankommenden Pinguine auf ihrem Weg vom Meer zum Nest „begleiten“. Ein sehr spannendes und einmaliges Erlebnis! Leider war es nicht erlaubt, Fotos von den Pinguinen zu machen. Aber ein paar Eindruecke haben wir trotzdem.

 

Lisa



Back in Moondarra

15 02 2010

Wer haette es gedacht: Nach zwei Wochen Pause stehen wir wieder in Moondarra und packen Blaubeeren! Hier die Geschichte in Kurzform:

* Vor drei Wochen dachten wir: Blaubeeren ade – wir gehen auf grosse Reise! Weil Lisa Probleme mit ihrem Ruecken hatte, sind wir aber erstmal nach Melbourne zurueckgefahren, damit sie sich auskurieren kann. Neben Erholung standen aber auch etwas Sightseeing und ein Check fuer unser Auto auf dem Programm. Nach der Untersuchung musste sich unser Auto dann ebenfalls ein paar Tage lang auskurieren (es lag ein Wochenende dazwischen) und dazu teuer bezahlen (die Rechnung haben wir aber freundlicherweise uebernommen). Naja, mit neuem Oel, Riemen, Wasserpumpe, Kuehler, etc. geht es jetzt hoffentlich ohne Probleme weiter. Wir haben ja noch etwas vor uns und wollten keine Probleme in der australischen Wueste riskieren.

* Was wir in Melbourne alles gesehen haben: State Library (nett, mit kostenlosem Internetzugang :), Melbourne Museum (muss man nicht unbedingt gesehen haben, es sei denn man mag ausgestopfte Tiere und Insektensammlungen), Victoria Night Market (sehr zu empfehlen, mittwochs abends in der City) und ein adventistisches Gemeindegruendungsprojekt mit der Zielgruppe „Studenten“ (wir wurden sehr freundlichaufgenommen, vielen Dank!). Ausserdem wurden wir eingeladen, mitten in der City in einem Hochhaus (15. Stock) mit Blick auf den Yarra-River, die Innenstatd sowie weitere Skyscraper zu uebernachten. Dem Pastor sei Dank! 😉 Es war ein besonderes Erlebnis fuer uns.

* Danach haben wir Phillipp Island besucht, das „Mallorca von Melbourne“. Seit mehr als 100 Jahren kommen die Leute hier zur Erholung hin – Tourismus pur, aber schoen 😉 Die Caravan Parks sind dort nicht gerade preiswert, haben dafuer aber auch meist einen Pool und andere Annehmlichkeiten. Das Highlight der Insel ist aber die Pinguin Parade, die wir uns natuerlich angesehen haben: Jeden Abend landen dort am Strand hunderte von Pinguineltern, um ihre Kleinen in ihren „Nest-Hoehlen“ zu versorgen. Man kann sich das aus naechster Naehe anschauen – einfach phantastisch! (Die meisten Besucher haben sich auch angemessen ruhig verhalten).

* Zwei Tage spaeter ging es dann weiter nach Wilsons Promontory, ein Nationalpark in der Naehe von Melbourne, der ebenfalls gerne in der Freizeit der Stadtmenschen besucht wird. Hier kann man wandern, baden und surfen. Es gibt herrliche Straende und ein paar Berge. Leider hatten wir kein schoenes Wetter, besonders am zweiten Tag, sodass wir die geplante Wanderung nicht angetreten sind. Aber immerhin war ich (Marcus) zum ersten mal surfen – naja, also ich lag auf dem Brett und habe es ein erstes Mal getestes 😉 Schliesslich haben wir das Board ja mit unserem Auto gekauft! Eines Abends kam dann noch ein kleines Kaenguru an unserem Stellplatz vorbeigehoppelt. Niedlich.

Tja – und weil wir unterwegs keine andere Arbeit gefunden haben, gerne aber etwas verdienen wollten und wir quasi das Angebot bekamen, wieder auf der Blaubeerfarm zu arbeiten, sind wir wieder hier. Inzischen seit einer Woche. Bilder der vergangenen Wochen werden wie immer nachgereicht, dazu auch ein Bericht ueber unsere aktuelle Arbeit hier. Nur etwas Geduld!

Als Trost fuer alle neidischen Bewohner Deutschlands: Im Moment ist hier ein Wetter wie sonst nur im Herbst an der Ostsee: Seit zwei Tagen regenet es unentwegt, heute (Monatg) konnten wir deswegen auch nicht arbeiten. Wir hoffen also auf Besserung. Sonst ist alles ok, auch mit Lisas Ruecken (Dank eines deutsprechenden, aus Holland stammenden, selbststaendigen Physiotherapeuthen aus der Gegend 😉

Schoene Gruesse,
Marcus

PS: Die Kommentarfunktion darf gerne genutzt werden. Wir wuerden uns freuen 😉



Blueberries und Australia Day

2 02 2010

Ein paar Tage später als gedacht geht nun auch dieser Eintrag online. In seinem Blog „Was macht eigentlich Maiki“ beschreibt unser Ex-Kollege Maik unter dem Titel „Moondarra Blueberries – Da haste wat zu tun! (31.01.2010, 19:10)“ wunderschön, wie der gewöhnliche Alltag auf dem Blaubeerfeld verlief. Sehr lesenswert, underneath as well ;o)

Schöne Grüße – wir arbeiten uns weiter in die Gegenwart vor (doch sie vergeht so schnell), Marcus.

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Nun endlich ein paar Impressionen von unserem „picking“ und „packing“:

 

Womit wir also endlich im hier und jetzt angekommen wären. Ich hatte in den letzten Tagen Rücken, wie man so schön sagt. Darum mussten wir unsere Pläne ändern und nicht über Tara-Bulga National Park, Wilsons Promotory, Philipp Island nach Melbourne fahren, sondern wir haben uns entschieden, direkt nach Melbourne zu flitzen, damit ich mich in Bekkys Bett auf dem Rücken liegen auskurieren kann. Jetzt geht es mir einigermaßen wieder gut. Aber pflücken könnte ich noch nicht. Doof!

Als nächstes würden wir gern in einem Weinberg arbeiten. Mal sehen, ob das was wird.

Gestern haben wir im Übrigen auch zum ersten Mal eine Kostenaufstellung gemacht. Woopsy-Daisy… Da müssen wir noch ein bisschen arbeiten! 😉 Aber eigentlich ist das auch das, was mich mit am meisten reizt: Verschiedene Jobs kennen lernen, die Arbeitgeber kennen lernen, nette Kollegen treffen, und ganz nebenbei diese andere Kultur kennen lernen. Auf den ersten Blick sieht diese Kultur der unseren so ähnlich. Aber wenn man genauer hinsieht merkt man schon, dass man anders ist.

Ein kleines Beispiel: Gestern war Australia Day. Wir vermuten ja, dass das der eigentliche Jahresanfang für die Aussies ist. Jedenfalls war das Feuerwerk gestern Abend viel schöner. Leider haben wir keine Fotos gemacht, aber es war schon lustig, die Leute nur mit Australien-Flaggen bekleidet durch die Stadt rennen zu sehen und so viele glückliche Menschen zu sehen, die die ganze Zeit „Happy Australia-Day“ rufen.

Gefeiert wird der Tag (26. Januar), an dem die erste Sträflingsflotte im Jahre 1788 in Australien bei Sydney abgesetzt wurde. Nur die hyperkritischen Deutschen stellen die Frage, ob man diesen Tag so laut und unreflektiert feiern sollte. Ob es nicht eigentlich auch ein Trauertag für die Aborigines ist, die aus verschiedenen Gründen, aber durch Europäer verursacht von geschätzten 300.000 Menschen Anfang des 18. Jhd. auf  75.000 Aborigines im Jahr 1947 geschrumpft sind. Erst seit ca. 20 Jahren werden ihnen Menschenrechte in Australien zugebilligt. Aborigines und ihre Akzeptanz in der Gesellschaft sind aber ein Thema für sich.

Am Freitag kommt unser Auto noch mal für einen Tag in die Werkstadt, um ein paar Verschleißteile auswechseln zu lassen. Nichts dramatisches, aber etwas Geld wird es wahrscheinlich trotzdem kosten. Wir halten euch auf dem Laufenden 😉

Lisa