Blueberries und Australia Day

2 02 2010

Ein paar Tage später als gedacht geht nun auch dieser Eintrag online. In seinem Blog „Was macht eigentlich Maiki“ beschreibt unser Ex-Kollege Maik unter dem Titel „Moondarra Blueberries – Da haste wat zu tun! (31.01.2010, 19:10)“ wunderschön, wie der gewöhnliche Alltag auf dem Blaubeerfeld verlief. Sehr lesenswert, underneath as well ;o)

Schöne Grüße – wir arbeiten uns weiter in die Gegenwart vor (doch sie vergeht so schnell), Marcus.

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Nun endlich ein paar Impressionen von unserem „picking“ und „packing“:

 

Womit wir also endlich im hier und jetzt angekommen wären. Ich hatte in den letzten Tagen Rücken, wie man so schön sagt. Darum mussten wir unsere Pläne ändern und nicht über Tara-Bulga National Park, Wilsons Promotory, Philipp Island nach Melbourne fahren, sondern wir haben uns entschieden, direkt nach Melbourne zu flitzen, damit ich mich in Bekkys Bett auf dem Rücken liegen auskurieren kann. Jetzt geht es mir einigermaßen wieder gut. Aber pflücken könnte ich noch nicht. Doof!

Als nächstes würden wir gern in einem Weinberg arbeiten. Mal sehen, ob das was wird.

Gestern haben wir im Übrigen auch zum ersten Mal eine Kostenaufstellung gemacht. Woopsy-Daisy… Da müssen wir noch ein bisschen arbeiten! 😉 Aber eigentlich ist das auch das, was mich mit am meisten reizt: Verschiedene Jobs kennen lernen, die Arbeitgeber kennen lernen, nette Kollegen treffen, und ganz nebenbei diese andere Kultur kennen lernen. Auf den ersten Blick sieht diese Kultur der unseren so ähnlich. Aber wenn man genauer hinsieht merkt man schon, dass man anders ist.

Ein kleines Beispiel: Gestern war Australia Day. Wir vermuten ja, dass das der eigentliche Jahresanfang für die Aussies ist. Jedenfalls war das Feuerwerk gestern Abend viel schöner. Leider haben wir keine Fotos gemacht, aber es war schon lustig, die Leute nur mit Australien-Flaggen bekleidet durch die Stadt rennen zu sehen und so viele glückliche Menschen zu sehen, die die ganze Zeit „Happy Australia-Day“ rufen.

Gefeiert wird der Tag (26. Januar), an dem die erste Sträflingsflotte im Jahre 1788 in Australien bei Sydney abgesetzt wurde. Nur die hyperkritischen Deutschen stellen die Frage, ob man diesen Tag so laut und unreflektiert feiern sollte. Ob es nicht eigentlich auch ein Trauertag für die Aborigines ist, die aus verschiedenen Gründen, aber durch Europäer verursacht von geschätzten 300.000 Menschen Anfang des 18. Jhd. auf  75.000 Aborigines im Jahr 1947 geschrumpft sind. Erst seit ca. 20 Jahren werden ihnen Menschenrechte in Australien zugebilligt. Aborigines und ihre Akzeptanz in der Gesellschaft sind aber ein Thema für sich.

Am Freitag kommt unser Auto noch mal für einen Tag in die Werkstadt, um ein paar Verschleißteile auswechseln zu lassen. Nichts dramatisches, aber etwas Geld wird es wahrscheinlich trotzdem kosten. Wir halten euch auf dem Laufenden 😉

Lisa



4:45 Uhr…

12 01 2010

Morgens im Dunkeln im Busch aus dem Auto zu klettern finde ich schon herausfordernd… Aber es geht einigermaßen. Dafür konnten wir gestern um 12 Uhr bereits aufhören zu arbeiten und heute um 1:30 Uhr. Länger hält man es bei über 40 Grad in der Sonne auch nicht aus. Letzte Nacht hat es von 40 Grad auf 30 Grad im Schatten abgekühlt mit einem schön heißen Outbackwind… Herrlich, wenn man duscht, direkt wieder schwitzt, sich ins Auto legt und noch mehr schwitzt und morgens aufwacht und noch genauso geschwitzt ist… 🙁 Gestern haben wir unseren Platz, der wirklich umflossen wird von einem Fluss, sehr genossen. Die Campingstühle im Wasser, ein Buch in der Hand… Herrlich! Leider gibt es kein Paradies mehr: Ich bin zerstochen von Mücken. Man kann nichts tun, um sich dagegen zu schützen! Man müsste bei dieser Hitze schon in Autan baden, und ich weiß nicht, ob das die Mücken abhalten würde. Wenn ich also irgendwann verrückt werde, dann wegen der Mückenstiche.

Sehr cool ist allerdings noch, dass wir hier richtig nette deutsche Picker-Kollegen haben: Ein Pärchen und Maik, dessen Laptop und Internet wir nutzen dürfen. Danke an dieser Stelle! 🙂 Maik hat nämlich auch ein Motel-Zimmer mit Klimaanlage, in dem wir gerade sitzen. Herrlich! Und ohne Mücken!

Sonst gibt es noch zu berichten, dass heute (und eigentlich schon gestern) Total Fire Ban verhängt wurde. Das bedeutet, wir dürfen kein Lagerfeuer machen (vielleicht würde das die Mücken vertreiben…) und, was derzeit viel schlimmer ist: nicht kochen. Gestern haben wir, da wir noch nicht wussten, dass wir’s nicht dürfen, Nudeln gekocht. Heute sind sie komplett verschimmelt. Schöne Grüße an mein Brüderchen, das weiß, wie so was riecht… ;-P

So viel für heute,

liebe Grüße an euch alle!

Lisa



Moonblue Berries

10 01 2010

Mal zwischendurch ein kleines Update, wo wir schon derzeit nicht zuhause anrufen können…

Wir arbeiten also seit einer Woche auf einer Bio-Blaubeerfarm in Moondarra, zwischen Moe und Walhalla. Nachdem ich beim Pflücken fürchterlich langsam war, weil ich wirklich nur die besten, größten Beeren gepflückt habe (wofür ich auch vom Farmbesitzer gelobt wurde, wofür ich mir aber wiederum nichts kaufen kann…) durfte ich dann zum Verpacken wechseln, wo ich stündlich bezahlt werde. Natürlich habe ich da auch einen gewissen Druck, aber mir gefällt die Arbeit trotzdem besser, weil man im Schuppen steht und nicht in der prallen Sonne und man zwischendurch auch ein wenig mit den Kollegen reden kann.

Wegen der großen Hitze fangen wir morgen schon um 6 Uhr an zu Arbeiten. Das bedeutet: 4:30 Uhr aufstehen… In der letzten Woche haben wir auf einem Campingplatz in Erica gecampt, heute sind wir ausgezogen und werden unser Glück auf einem kostenlosen Platz versuchen. Dort gibt es nur Plumsklos und kein fließendes Wasser (außer dem Fluss, der vorbeifließt), dafür aber schönere Natur. Mal sehen, ob wir dafür gemacht sind. Keine Angst, wir werden jeden Tag nach der Arbeit zu einer öffentlichen Behindertentoilette einen Ort weiter fahren, auf der man sogar warm duschen kann und wir haben Wasserkanister, die wir täglich auffüllen werden. Tja. Hätte ich mir vor einem Monat noch nicht so vorgestellt. Aber es ist ein Abenteuer.



Ich bin ein Spalter

15 12 2009

Am Sonntag war es endlich soweit: Lisa und ich hatten unseren ersten Arbeitstag…wenn man ihn bei drei Mahlzeiten und einer Kaffeepause wirklich so nennen kann 😉 Nebenbei haben wir also auch etwas ueber „Flat Whites“ und „Hot Chocolates“ gelernt. Auch im Cafe muss man sich hier etwas umstellen.

Zurueck zum Thema: Wir waren mit Manfred und Olwyn auf ihrer Farm („Tall Timbers“), ganz in der Naehe des kleinen Oertchens Noojee. Dort gibt es jedoch alles, was man braucht: Eine Post, einen Kiosk, einen Zeltplatz, oeffentliche Toiletten und eben das Cafe, das gleichzeitig eine Art Heimatmuseum und Souvenirshop ist. Very nice.
Auf der Farm (wir haben leider keine Fotos gemacht, schliesslich sind wir ja auch nicht zum Vergnuegen dort gewesen) haben wir dann etwas mit angepackt: Lisa hat Tulpenzwiebeln geputzt und sortiert und ich war mit Manfred im Wald. Dort haben wir den Zaun zum Nachbarn von einem umgestuerzten Baum befreit. Manfred hat ihn (den Baum) mit der Motorsaege kurz und klein gemacht – und ich habe die restlichen Stuecke gespalten, damit man sie besser verfeuern kann.

Wie ich bereits bei und von meinem Cousin gelernt habe: So ein „kleiner Wald“ wirft mehr Holz ab, als man alleine verfeuern kann. Das gestapelte Holz in Tall Timbers reicht also fuer mindestens drei Winter (bin mir nicht ganz sicher ob australische oder deutsche Winter, wie auch immer). Auf jeden Fall war das Spalten und die spaeteren Brueckenbauarbeiten so anstrengend, dass ich die 90-minuetuge Rueckfahrt fuer ein kleines Nickerchen genutzt habe.

Marcus