Nachtrag: Wir waren bei Hillsong!

17 05 2010

Ja, wir haben es getan! Am 28. März 2010 haben wir die Hillsong-Gemeinde in einem Vorort Sydneys besucht. Auf dem Weg dorthin wurde uns klar, warum die Gemeinde so heisst: Sie liegt im „Hills-Destrict“ Sydneys und dort geht es wirklich hügelig zu.

Besonders durch einige „moderne Kirchenlieder“, die von Künstlern dieser Kirche verfasst wurden und heute in vielen christlichen Kreisen verbreitet sind, ist die Hillsong-Church weltweit bekannt geworden. Beispiele solcher Lieder sind: „Mein Jesus, mein Retter“, „Jesus, Lover of my Soul“, „Mein Erlöser lebt“, „The Potter’s Hand“, „Worthy is the Lamb“ oder „Ich leg mein Leben vor dich hin“.
Urspünglich hiess die 1983 gegründete Pfingstgemeinde Hills Christian Life Centre. Doch der Bereich Musik war offenbar so dominant für das Selbstverständnis der Gemeinde, dass daraus die Hillsong Church wurde. Inzwischen gibt es Hillsong-Tochtergemeinden im Zentrum von Sydney sowie in London, Kiew, Paris, Moskau, Kapstadt und Stockholm.

Noch eine kleine Vorgeschichte zum nachträglichen Bericht: Eigentlich wollten wir uns bereits am 21. März einen Gottesdienst von Hillsong besuchen. Die Adresse hatten wir bereits herausgesucht und auf dem Stadtplan gefunden. Als wir dann morgens pünktlich losfuhren, vergassen wir aber beide den Zettel mit der Adresse und auf der Karte konnten wir nicht mehr sicher bestimmen, wo die Kirche denn nun genau ist. Wir hatten es uns halt ein paar Tage vorher angeschaut 😉 Aber wir meinten, dass wir es schon finden werden und waren uns relativ sicher, auf welcher Strasse wir fündig werden sollten.
1,5 Stunden und etliche gefahrene Kilometer später waren wir uns dann einig, dass es wohl heute nicht mehr werden sollte. Wir fragten mindestens fünf Passanten: Keiner hatte einen richtigen Tipp. „Super PR-Arbeit“, dachten wir uns.  Auf unserer Irrfahrt fanden wir alles Mögliche: Church of Christ, Modern Baptist Church, Contemporary Church, Salvation Army, Presbyterian Church und sogar eine Gemeinde vom Adventist Reform Movement! Aber von Hillsong, keine Spur. Später erfuhren wir, dass wir einfach im verkehrten Stadtteil gesucht hatten 😉

Eine Woche später entstanden dann diese Fotos:


Da waren wir nun. Zunächst wurde uns ein Platz auf dem riesigen Parkplatz zugeteilt, dann gingen wir ins Innere, vorbei am Kaffeestand und dem CD-Laden. Der Saal erinnerte uns zunächst an etwas wie die Arena in Oberhausen. „Wow, das ist ja wie bei einer grossen Konferenz!“ Erst bei genauerem Hinsehen wurde klar, dass die Halle doch etwas kleiner ist als Oberhausen. Aber dennoch für viele tausend Menschen.

Nach dem ich in meinem Leben nun schon die eine oder andere merkwürdige und übertriebene Aktion in charismatisch-geprägten Veranstaltungen erlebt habe, war ich gespannt, was nun passieren wird. Zunächst wurden ein paar Lieder gesungen und begrüsst. Einer der Sänger hatte etwas orientalisch-türkisches. Wir überlegten, ob er nicht vielleicht in Herne einen besseren Dienst tun könnte?! Aber nach dem Gottesdienst haben wir ihn dann doch nicht angesprochen und ihm vom Ruf ins Ruhrgebiet erzählt. Vielleicht ein ander‘ Mal 😉

Was folgte, war genauso unaufgeregt wie die Musikzeit: Eine Kindersegnung, Werbung für die Ostergottesdienste und andere Bekanntmachungen – und schliesslich die Predigt. Es ging um den Bibeltext aus 2. Korinther 3,3, in dem Paulus der Gemeinde in Korinth schreibt : „Ihr seid ein Brief Christi, von uns geschrieben, aber nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes: nicht auf Steintafeln, sondern in die Herzen der Menschen.“
Zum Thema Briefe hatte der Sprecher dann einige autobiographische Beispiele, die er genauso geschickt zur Illustration einsetzte wie Infos über antike Briefe im Allgemeinden und die sieben Briefe an sieben Gemeinden in der Offenbarung (Offenbarung 2 und 3). Seine (subjektiv von mir zusammengefasste) Botschaft: Christen sollen wertschätzende, freundliche und authentische Briefe Gottes an alle Menschen sein!

Nach der Predigt war das Programm dann auch direkt zu Ende. Alles in allem war ich also sehr zufrieden: Ein schöner, motivierender und zum-Nachdenken-anregender Gottesdienst.

Danach schauten wir uns noch kurz in der Umgebung um: Um die Halle führte ein Rundgang, u.a. mit einem CD- und Buchladen. Wir haben uns nach dem Gottesdienst die neue TobyMac-CD gekauft, schliesslich war ja Sonntag 😉 Nach dem dritten Hören mögen wir die CD übrigens beide sehr gerne – wer diese Art von Musik mag, wird auf jeden Fall seine Freude damit haben!

Und das war’s auch schon…

Marcus



Hallo Welt!

15 04 2010

Ja, wir leben noch! Und es geht uns den Umständen entsprechend gut! Heute schreiben wir das erste Mal von unserem eigenen neuen „Eee PC“ (ein kleiner Laptop) aus; wir sitzen gerade bei unserem besten Freund Roland Mc Donald’s 😉 (Weil es da kostenlosen Internetzugang gibt). Es funktioniert also alles.

Es ist schon faszinierend, dass wir vor fünft Tagen einen Laptop beim australischen eBay bestellt haben, der Kauf per PayPal über mein deutsches Konto abgewickelt wurde und vier Tage später das richtige Paket in irgendeinem Caravan Park im australischen Hinterland angekommen ist. Wunderbar!

„Den Umständen entsprechend“ bedeutet: Uns tut alles weh, aber wir haben Arbeit und sind darüber sehr froh! Wir rupfen den ganzen Tag Unkraut („weeding“) auf einer Salatfarm. Wir dachten nicht, dass es sowas überhaupt gibt: Unkraut zupfen (ausschliesslich!) für umgerechnet mehr als 10,- Euro die Stunde. Um 6:00 Uhr morgens geht’s los, dafür ist man aber auch um 14:00 Uhr fertig. Da es allerdings um 18:00 Uhr schonwieder dunkel ist, hält sich die Freizeit in Grenzen…doch wir sind ja nicht zum Vergnügen hier! (Mitleidsbekundungen können gerne in Form von Kommentaren, E-Mails oder Facebook-Nachrichten abgegeben werden;))

Demnächst mehr von uns. Es ist 19:49 Uhr Ortszeit, höchste Zeit zum Schlafengehen!

Viele Grüsse,
Marcus und Lisa



„Wart ihr schon in Syd?“

28 03 2010

„Wart ihr schon in Syd?“ „Nee!“, mussten wir bisher immer sagen. (Das Copyright an diesem Gag liegt uebrigens bei meinem Cousin ;)) Jetzt haben wir uns die heimliche Hauptstadt Australiens aber endlich angeschaut, ziemlich genau zwei Wochen lang. Heute geht es weiter Richtung Westen, fuer drei Tage in die Blue Mountains, danach steht das Avondale College und Umgebung weiter im Norden auf dem Programm.

Aber zunaechst ein kleiner Rueckblick auf unsere letzten zwei Wochen sowie ein Einblick in das Panorama Sydneys:

 

In Sydney haben wir das erste mal gewwooft. WWOOF steht fuer „Willing Workers on Organic Farms“. Das Prinzip: Man arbeitet jeden Tag 4-6 Stunden und kann dafuer bei den Gastgebern kostenlos wohnen und essen. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, wie man in Sydney auf einem oekologischen Bauerhof arbeiten kann… Naja, wir waren bei einer Familie mit grossem, „natuerlichen“ Garten, das passt gerade noch ins WWOOF-Konzept. Meistens haben wir einen ganzen Tag gearbeitet und konnten dafuer auch einen ganzen Tag Sightseeing betreiben. Arbeiten hiess hier meistens Unkraut zupfen…acht Stunden am Stueck ist das schon eine Herausforderung. Aber ab und zu konnten wir auch Baenke und Tische streichen, Blumen pflanzen, Wege fegen, etc. – einen Tag hat Lisa auch gebuegelt. In einer knappen Stunde war man dann vom vorort aus mit dem Auto oder dem Bus in der Stadt oder am Strand. Guenstiger kann man Sydney wahrscheinlich nicht wohnen.

Was uns nicht so gut gefallen hat: Der bewusst natuerlich gehaltene Garten, der selbst nach Unkraut zupfen (zum Teil „ausreissen“) und Aufraeumen immer noch nicht schoen war, die nicht besonders hygienisch gehaltene Kueche und dass das Abendessen meist erst zwischen 19:00 und 21:00 Uhr auf den Tisch kam. Naja…wie gesagt, es war guenstig, wir durften hier alles benutzen (inkl. Kaffeemaschine und Internet) und wir werden auf jeden Fall noch eine zweite WWOOF-Station ausprobieren.

Zur Stadt: Sydney ist die groesste Stadt Australiens, gefolgt von Melbourne, wo wir uns nun schon eine Weile aufgehalten hatten. Doch in Sydney ist tatsaechlich alles noch groesser, noch schneller, noch hektischer, noch mehr Verkehr, etc. (Mit dem Auto kommt daher allerdings langsamer als in Melbourne vorwaerts…) Es gibt auch mehr touristische Attraktionen zu besichtigen, die wahrscheinlich bekanntesten koennt ihr ja auf den Fotos sehen. In der Stadt wimmelt es nur so vor Anzugtraegern, die gerade auf dem Weg zur Arbeit sind (mit Auto, Bus, per Pedes oder Taxi), von der Arbeit kommen oder in der Mittagspause etwas zu Essen suchen. Selbst zu Fuss kommt man langsam vorwaerts, weil man an jeder Ampelkreuzung mehrere Minuten warten muss – und nicht immer kann man ueber Rot gehen, wie es  viele Einheimische tun. Zweimal haben wir uns auch mit dem eigenen Auto in die Stadt gewagt…das ist eine spannende Angelegenheit und danach ist man reif fuer eine laengere Erholungsphase.

Sydney ist schon faszinierend, mit ihren ganzen Hochhaeusern, dem Hafen und vielen anderen schoenen Fleckchen. Eine kleine Hafenrundfahrt, wie sie einem von jedem Reisefuehrer empfolen wird, haben wir per Faehre natuerlich auch gemacht – wirklich sehr schoen! Ansonsten ist festzuhalten: Die Oper sieht von Weitem schoener und eindrucksvoller aus als aus der Naehe und die Harbour Bridge lohnt sich vor allem als Aussichtspunkt ueber den Hafen und die City.

So…gleich heisst es noch etwas „Garten verschoenern“, Auto packen und in die Blue Mountains aufbrechen. Aus Sydney gruessen wir natuerlich besonders: Markus in Herne – wir sind auf deine Kommentare gespannt 😉

Bis demnaechst,
Marcus

PS: Zum Thema Kirchen und Gemeinden, die wir an den beiden Wochenenden in Sydney besucht haben, schreiben wir bald noch ein paar Extrazeilen…



Auto mobil?

17 12 2009

Unser zeitraubendster „Job“ besteht momentan darin, ein Auto zu kaufen. In Melbourne-Stadt kann man sich zwar relativ gut mit Bus&Bahn vorwaerts bewegen, doch darueber hinaus braucht man auf jeden Fall ein Auto, um mobil zu bleiben („Die Leistung von VW bestand darin, grosse Massen mit einem Auto mobil zu machen“, so ein ehemaliger Lehrer von mir ;)).

Die Australier, auch „Aussies“ genannt (ich fuehle mich als Ost-Berliner manchmal fast mit angesprochen) geltan zwar als sehr locker und relaxt gegenueber uns Deutschen – doch nicht so bei der Autoregistrierung. Dort ist jeder Bundesstaat foederaler organisiert, als man sich das in Deutschland vorstellen kann. Stellt euch vor, man muesste einen neuen TUEV plus ASU machen und Gebuehren bezaheln, wenn man seinen PKW von Wiebaden nach Mainz ummelden moechte. So ungefaehr laeuft das hier, wobei jeder Bundesstaat seine eigenen Regeln hat. Dementsprechend haben wir uns in den letzten Tagen einige Sorgen gemacht und uns ueber die Gegebenheiten in Victoria, Queensland, New South Wales und Western Australie informiert. Dabei konnte man leider oft nur auf Halbwissen anderer Backpacker zurueckgreifen. Und selbst die Einheimischen sind hier nicht wirklich fit, weil man sein Auto natuerlich normalerweise nicht staendig grenzuebergreifend verkauft.

 

Hier die Bilder der Autos, die wir uns in den letzten Tagen angeschaut haben. Wir haben inzwischen einen klaren Favoriten – wir wollen aber nicht zu viel verraten. In jedem Fall soll es ein Allradwagen („4-Wheel-Drive“) mit eingebautem Bett und Zubehoer sein, um im Outback (Hinterland, Wildnis) fuer alles geruestet zu sein. Naechste Woche sind wir dann hoffentlich endlich autonom und mobil.

Marcus



Stand der Dinge

19 11 2009

Aufgrund der anstehenden Reise ist im Moment einiges zu tun: Lisa steckt noch voll in der Arbeit und ich warte auf meine B.A.-Ergebnisse, während ich den Haushalt schmeiße, alte Sachen wegschmeiße und die ersten Kisten packe.

Unsere Wohnung wird Ende November aufgelöst.  Wir verhandeln gerade mit einem Nachmieter. Am Dienstag, 24. Dezember 2009 ist dann hoffentlich alles gegessen. Ein paar Fotos bekommt ihr in den nächsten Tagen auch…wenn man hoffentlich erste Ergebnisse des Packens erkennen kann. Achja, irgendwann wollte ich nochmal eine Packliste für Australien ausdrucken. Wo auch immer die gerade ist?!

Dazu kommen diverse Konversionen mit der GEZ, Krankenkassen, Vermieter, Straßenverkehrsamt, Post, Versicherungen, Festnetzanbieter, Handyanbieter, Finanzamt, Sperrmüll, Uni, etc. Allein in der schönen Ruhr-Universität Bochum durfte ich mehrfach besuchen: Fachbeauftragte, Studienberater, Prüfungsamt, Dekanat, Zentrale VSPL-Nacherfassungsstelle und Optionalsbereichs-Büro. Jaja, die deutsche Bürokratie. Was würde man nur ohne sie den ganzen Tag machen?

Zum Abschluss noch ein Zitat aus einer E-Mail unserer Verwandten, bei denen wir die erste Zeit in Australien verbringen werden:

„Not long to go before we welcome you in warm Melbourne. We do not know what stress is, so do not bring any stress with you, please. What you can bring is a happy disposition, nothing else.“

Marcus