„Wart ihr schon in Syd?“

28 03 2010

„Wart ihr schon in Syd?“ „Nee!“, mussten wir bisher immer sagen. (Das Copyright an diesem Gag liegt uebrigens bei meinem Cousin ;)) Jetzt haben wir uns die heimliche Hauptstadt Australiens aber endlich angeschaut, ziemlich genau zwei Wochen lang. Heute geht es weiter Richtung Westen, fuer drei Tage in die Blue Mountains, danach steht das Avondale College und Umgebung weiter im Norden auf dem Programm.

Aber zunaechst ein kleiner Rueckblick auf unsere letzten zwei Wochen sowie ein Einblick in das Panorama Sydneys:

 

In Sydney haben wir das erste mal gewwooft. WWOOF steht fuer „Willing Workers on Organic Farms“. Das Prinzip: Man arbeitet jeden Tag 4-6 Stunden und kann dafuer bei den Gastgebern kostenlos wohnen und essen. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, wie man in Sydney auf einem oekologischen Bauerhof arbeiten kann… Naja, wir waren bei einer Familie mit grossem, „natuerlichen“ Garten, das passt gerade noch ins WWOOF-Konzept. Meistens haben wir einen ganzen Tag gearbeitet und konnten dafuer auch einen ganzen Tag Sightseeing betreiben. Arbeiten hiess hier meistens Unkraut zupfen…acht Stunden am Stueck ist das schon eine Herausforderung. Aber ab und zu konnten wir auch Baenke und Tische streichen, Blumen pflanzen, Wege fegen, etc. – einen Tag hat Lisa auch gebuegelt. In einer knappen Stunde war man dann vom vorort aus mit dem Auto oder dem Bus in der Stadt oder am Strand. Guenstiger kann man Sydney wahrscheinlich nicht wohnen.

Was uns nicht so gut gefallen hat: Der bewusst natuerlich gehaltene Garten, der selbst nach Unkraut zupfen (zum Teil „ausreissen“) und Aufraeumen immer noch nicht schoen war, die nicht besonders hygienisch gehaltene Kueche und dass das Abendessen meist erst zwischen 19:00 und 21:00 Uhr auf den Tisch kam. Naja…wie gesagt, es war guenstig, wir durften hier alles benutzen (inkl. Kaffeemaschine und Internet) und wir werden auf jeden Fall noch eine zweite WWOOF-Station ausprobieren.

Zur Stadt: Sydney ist die groesste Stadt Australiens, gefolgt von Melbourne, wo wir uns nun schon eine Weile aufgehalten hatten. Doch in Sydney ist tatsaechlich alles noch groesser, noch schneller, noch hektischer, noch mehr Verkehr, etc. (Mit dem Auto kommt daher allerdings langsamer als in Melbourne vorwaerts…) Es gibt auch mehr touristische Attraktionen zu besichtigen, die wahrscheinlich bekanntesten koennt ihr ja auf den Fotos sehen. In der Stadt wimmelt es nur so vor Anzugtraegern, die gerade auf dem Weg zur Arbeit sind (mit Auto, Bus, per Pedes oder Taxi), von der Arbeit kommen oder in der Mittagspause etwas zu Essen suchen. Selbst zu Fuss kommt man langsam vorwaerts, weil man an jeder Ampelkreuzung mehrere Minuten warten muss – und nicht immer kann man ueber Rot gehen, wie es  viele Einheimische tun. Zweimal haben wir uns auch mit dem eigenen Auto in die Stadt gewagt…das ist eine spannende Angelegenheit und danach ist man reif fuer eine laengere Erholungsphase.

Sydney ist schon faszinierend, mit ihren ganzen Hochhaeusern, dem Hafen und vielen anderen schoenen Fleckchen. Eine kleine Hafenrundfahrt, wie sie einem von jedem Reisefuehrer empfolen wird, haben wir per Faehre natuerlich auch gemacht – wirklich sehr schoen! Ansonsten ist festzuhalten: Die Oper sieht von Weitem schoener und eindrucksvoller aus als aus der Naehe und die Harbour Bridge lohnt sich vor allem als Aussichtspunkt ueber den Hafen und die City.

So…gleich heisst es noch etwas „Garten verschoenern“, Auto packen und in die Blue Mountains aufbrechen. Aus Sydney gruessen wir natuerlich besonders: Markus in Herne – wir sind auf deine Kommentare gespannt 😉

Bis demnaechst,
Marcus

PS: Zum Thema Kirchen und Gemeinden, die wir an den beiden Wochenenden in Sydney besucht haben, schreiben wir bald noch ein paar Extrazeilen…



Was wir an Australien lieben…

9 03 2010

1. Die oeffentlichen Toiletten. Das ist wirklich ganz anders als in Deutschland! Wohin man auch sieht oder geht, fast immer ist eine oeffentliche Toilette ausgeschildert. Immer kostenlos! Und meistens gut gepflegt. Das wuenschen wir uns auch fuer Deutschland, wo man oft nach einem Oertchen suchen muss, in Restaurants fragt, Geld bezahlt und man sich meistens fragt, wann hier das letzte mal geputzt wurde. Hut ab vor den Australiern…die Toiletten sind ein echter Service (und ab und zu gibt es dort sogar Duschen, sodass man als Backpacker hart verdientes Geld sparen kann, weil man nicht in ein Hostel oder auf einen Caravanpark muss, super ;)).

2. Ginger-Beer. Das kannten wir vorher nicht und zunaechst ist es auch etwas gewoehnungsbeduerftig. Inzwischen schmeckt uns die aklholfreie Alternative zum deutschen akloholfreien Bier aber ganz gut. Zu kaufen gibt es Ginger Beer in verschiedenen Variationen in allen Supermaerkten. Ab und zu ist es also eine leckere Alternative zum Leitungswasser :).

3. Das milde Wetter. Obwohl es hier mehr regnet als erwartet, ist das Wetter meist deutlich milder als in Deutschland. Das campen wird einem dadurch um einiges erleichtert. Das hilft zwar nicht weiter, wenn es regnet – aber nach spaetestens zwei bis drei Tagen trocknet alles „ratzfatz“. Denn wenn die Sonne einmal ungehindert auf die australische Erde scheint, wird es direkt warm bis heiss – und man muss neues Eis fuer den Esky (Camper-Kuehlschrank) kaufen.

4. Die Touristen-Informationen. In jedem Ort ab ca. 50 Einwohner gibt es eine Touristeninformation, in der man mit mehr Karten- und Prospektmaterial eingedeckt wird, als man in einer durchschnittlichen PKW-Seitentuer verstauen kann. Man muss nur den blauen Schildern am Ortseingang folgen und erfaehrt sehr schnell alles wichtige: Campingplatz, Schwimmbad, Duschen, Bibliothek, Supermarkt, Sehenswuerdigkeiten, Wanderwege, etc. Das erstspart das eine oder andere Dutzend an Kilometern, die man sonst mit „Suchen“ und „Rumfahren“ verbringen wuerde.

5. Die Natur. Wenn man eine australische Landkarte betrachtet, wimmelt es dort nur so vor Nationalparks. Zum Spazieren und Wandern gibt es also viele Moeglichkeiten. Ein paar Bilder haben wir ja schon veroeffentlicht. Dazu kommen die Berge (von den Einheimischen oft von selbst sehr selbstkritisch aber richtig als „Huegel“ bezeichnet), das Meer, Straende, Botanische Gaerten, Wiesen und Felder. Frische Luft ist also ausserhalb Melbourns oder Sydneys garantiert. Nur die Voegel, die sind manchmal morgens etwas laut. Aber ansonsten: Sehr erholsam (wenn es nicht gerade regnet).

6. Oeffentliche Bibliotheken. Wenn es etwas neues in unserem Blog zu lesen gibt, wisst ihr, dass wir eine oeffentliche Bibliothek gefunden haben. So eine Bibliothek gibt es in jeder mittelgrossen Stadt und sie ist stets kostenlos. Der einzige Haken ist, dass man oft nur eine oder eine halbe Stunde am PC sitzen darf (dann moechte naemlich jemand anderes diesen Service nutzen). Das hat zur Folge, dass wir bisher erst einmal im Internetcafe waren. (Ok, auch bei verschiedenen Privatpersonen haben wir schon den WWW-Anschluss genutzt, Danke an dieser Stelle!). Trotzem: Die Bibliotheken sind toll!

7. Woolworths. Woolworths (ja, mit „s“!) ist hier kein Kaufhaus, bzw. „Alles-Laden“, sondern ein Supermarks, den wir besonders gerne Besuchen. Er ist gross, hat neben Lebensmitteln auch anderen Haushaltsbedarf und wenn man die „Home Brand“-Produkte kauft, kann man eine Menge Geld sparen. Die sind naemlich mindestens genau so guenstig wie die australischen ALDI-produkte (ja, das haben wir untersucht;)). Ausserdem wird an der Kasse alles Eingekaufte in Plastiktueten verpackt, sodass man das nicht selbst machen muss. Es dauert dadurch zwar manchmal etwas laenger an der Kasse, aber dafuer bekommt man kostenlos ein paar Muelltueten mit. Das gefaellt uns. Als Bonus bekommt man dann noch Tankgutscheine, mit denen man bei einer bestimmten Tankenkette recht guenstig tanken (was sonst?) kann. Das nutzen wir natuerlich auch gerne. 4 (australisch) Cent Ersparnis pro Liter rechnen sich bei einem 120 Liter-Tank natuerlich recht schnell…

8. Die Kontaktfreudigkeit. Es sind zwar nicht ALLE Australier zuvorkommend und die Freundlichkeit in Person, doch insgesamt ist hier ein aufgeschlossenes Voelkchen anzutreffen. Gerade auf dem Land wird man freundlich begruesst und in einen smalltalk verwickelt, ob nun im General Store (der Name ist Programm), auf der Toilette oder beim Picknick im Park. Immer heisst es „Hey Mate, how’re you doing?“ …man ist schnell „per du“. Und auch wenn einem die Australier bei einer Frage nicht weiterhelfen koennen, geben sie sich Muehe, fragen jemanden anderen oder wuenschen zumindest „good on ya“.

So…jetzt wisst ihr hoffentlich etwas mehr ueber das australische Leben im Allgemeinen und unseren Alltag im Besonderen. Mal sehen, ob uns demnaechst noch mehr auffaellt.

Marcus



Fotos von Melbourne

5 03 2010

Obwohl es nun schon wieder mehr als vier Wochen her ist, dass wir in Melbourne waren (es war Ende Januar), wollen wir euch hier an dieser Stelle ein paar Fotos aus Victorias Hauptstadt praesentieren. Neben der Citiy haben wir den Queen Victoria Night Market und ich (Marcus) das Melbourne Museum besucht. Aber schaut einfach selbst…

 

Wir haben in Melbourne uebrigens gemerkt, dass wir Grossstaedte moegen. Auch wenn sie manchmal etwas laut sind. Aber immerhin gibt es dort wesentlich weniger Muecken als im Wald! Am Ende unserer Reise werden wir ja wieder in Melbourne landen. Da wir dort nun schon zwei Mal waren, wird es wie „nach Hause kommen“ sein. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg durch die Wildnis.

Marcus und Lisa