Campen und Reisen in der BawBaw-Landschaft

27 01 2010

Hier haben wir noch ein paar Bilder von unserem Reisen und Campen in der BawBaw-Landschaft, in der wir die letzten drei Wochen verbracht haben:

 Lisa und Marcus



Zwei Sabbate

27 01 2010

Ein Einblick in zwei Sabbate (Samstage), die für uns immer ein besonderes Highlight der Woche sind:

Siebensten-Tags-Adventisten in Warburton.

Warburton war bis vor ein paar Jahren ein Zentrum für adventistische Institutionen. Ich weiß nicht, ob ich noch alles zusammen bekomme, aber auf jeden Fall war hier eine Weet-Bix-Fabrik (das ist recht gesundes „Müsli“, das jetzt in der Nähe von Sydney produziert wird, von der recht bekannten Marke „Sanatorium Healthfood“, erhältlich in jedem Woolworths oder Saveway (das sinf hier gänge Supermärkte)). Angeblich soll Warburton wegen der Fabrik häufig nach Weet-Bix geduftet haben 😉 Außerdem war hier ein adventistisches Krankenhaus, das auch Kuren und Therapien angeboten hat. Dazu gab/gibt es ein Verlagshaus, das heute immer noch besteht. Leider mussten die Fabrik und das Krankenhaus aus Kostengründen geschlossen werden. Näheres wissen wir nicht.

Jedenfalls waren wir am 02. Januar 2010 dort im Gottesdienst. Der neue Pastor der Gemeinde hat seine erste Predigt gehalten. Sehr cool! Ein echter Geschichtenerzähler, den man auch gerne mal zum BBQ einladen möchte 😉

In dieser Gemeinde waren sehr viele Besucher im Seniorenalter, um es mal so auszudrücken. Alle, die von der Kanzel gesprochen haben, hatten bereits seit längerer Zeit graue Haare. Trotzdem war es ein Gottesdienst, der Marcus und mich sehr beeindruckt hat. Die tiefe und tiefgründige Gläubigkeit hat uns sehr angesprochen. Es geht also doch: Man kann auch alt werden, und einen lebendigen Glauben behalten, ohne immer die gleichen Phrasen zu wiederholen. 😉

Drei Bilder von dieser Gemeinde sind unten in der Galerie.

 
Siebenten-Tags-Adventisten in Moe

Am 9. Januar 2010 haben wir den Gottesdienst in Moe miterleben dürfen. Es ist schon ein lustiges Bild für uns steife Deutsche. Man kommt in den Raum mit zig Ventilatoren von der Decke, die schon kräftig am Arbeiten sind, viele kommen in ihren Flip-Flops zum Gottesdienst, man wird von der Kanzel aus begrüßt und soll antworten, und jetzt noch mal etwas lauter bitte… Sehr schön! Aber im ersten Moment, gebe ich zu, war sie ein wenig befremdlich, diese Flapsigkeit.

Überhaupt ist „der Australier“ nicht ganz so der Perfektionist. Das haben wir an verschiedenen Stellen festgestellt. Auch das klassische Silvester-Konzert, das wir besucht haben, war uns zu „wenig-feierlich“ moderiert und lustlos dekoriert. Oder als wir eine Probe für eine Fernsehshow gesehen haben – irgendwie sah es unprofessionell aus. Oder das Feuerwerk an Silvester – die Massen sind in der Stadt, wirklich Massen!, und dann sind da ein paar unkoordinierte Feuerwerkskörper von einigen Hochhäusern der Stadt. Tja. Alles ein bisschen relaxter, weniger penibel. Vielleicht haben dadurch weniger Leute Depressionen in Australien. Aber ich bin absolut vom Thema abgekommen. Eigentlich will auch kein Mensch so viel lesen müssen, oder?

Darum also auch einige Fotos aus dem Gottesdienst in Moe und der anschließenden Taufe im Blue Rock Lake, recht in der Nähe von „unserer“ Blueberry-Farm.

An alle Adventis: Wer erkennt den Pastor???

 

Lisa



Nachtrag zu Silvester

27 01 2010

Wir kommen erst heute zu neuen Blog-Einträgen und mir scheint, wir haben noch einiges aufzuholen. Da wäre zum einen ein kurzer Rückblick auf Silvester:

Na, welcher Herner weiß, welche Assoziation wir mit dem Herren auf den letzten drei Bildern hatten? Lösungsvorschläge bitte als Kommentare posten.

Ihr findet, dass die Bilder von Silvester (hier „New Years Eve“ genannt) nicht besonders spektakulär aussehen? Ja, das fanden wir auch. Ich denke, dass in deutschen Großstädten wesentlich mehr los war, alleine was das Feuerwerk betrifft. Zur Entschuldigung der Melbourner muss aber gesagt werden: Es hat ab ca. 10:00 Uhr abends durchgängig geregnet. Das drückt dann selbst in Australien auf die Stimmung.

Wir sind also gespannt auf Silvester 2010 im Wald zwischen Burg und Möckern 😉

Marcus



4:45 Uhr…

12 01 2010

Morgens im Dunkeln im Busch aus dem Auto zu klettern finde ich schon herausfordernd… Aber es geht einigermaßen. Dafür konnten wir gestern um 12 Uhr bereits aufhören zu arbeiten und heute um 1:30 Uhr. Länger hält man es bei über 40 Grad in der Sonne auch nicht aus. Letzte Nacht hat es von 40 Grad auf 30 Grad im Schatten abgekühlt mit einem schön heißen Outbackwind… Herrlich, wenn man duscht, direkt wieder schwitzt, sich ins Auto legt und noch mehr schwitzt und morgens aufwacht und noch genauso geschwitzt ist… 🙁 Gestern haben wir unseren Platz, der wirklich umflossen wird von einem Fluss, sehr genossen. Die Campingstühle im Wasser, ein Buch in der Hand… Herrlich! Leider gibt es kein Paradies mehr: Ich bin zerstochen von Mücken. Man kann nichts tun, um sich dagegen zu schützen! Man müsste bei dieser Hitze schon in Autan baden, und ich weiß nicht, ob das die Mücken abhalten würde. Wenn ich also irgendwann verrückt werde, dann wegen der Mückenstiche.

Sehr cool ist allerdings noch, dass wir hier richtig nette deutsche Picker-Kollegen haben: Ein Pärchen und Maik, dessen Laptop und Internet wir nutzen dürfen. Danke an dieser Stelle! 🙂 Maik hat nämlich auch ein Motel-Zimmer mit Klimaanlage, in dem wir gerade sitzen. Herrlich! Und ohne Mücken!

Sonst gibt es noch zu berichten, dass heute (und eigentlich schon gestern) Total Fire Ban verhängt wurde. Das bedeutet, wir dürfen kein Lagerfeuer machen (vielleicht würde das die Mücken vertreiben…) und, was derzeit viel schlimmer ist: nicht kochen. Gestern haben wir, da wir noch nicht wussten, dass wir’s nicht dürfen, Nudeln gekocht. Heute sind sie komplett verschimmelt. Schöne Grüße an mein Brüderchen, das weiß, wie so was riecht… ;-P

So viel für heute,

liebe Grüße an euch alle!

Lisa



Moonblue Berries

10 01 2010

Mal zwischendurch ein kleines Update, wo wir schon derzeit nicht zuhause anrufen können…

Wir arbeiten also seit einer Woche auf einer Bio-Blaubeerfarm in Moondarra, zwischen Moe und Walhalla. Nachdem ich beim Pflücken fürchterlich langsam war, weil ich wirklich nur die besten, größten Beeren gepflückt habe (wofür ich auch vom Farmbesitzer gelobt wurde, wofür ich mir aber wiederum nichts kaufen kann…) durfte ich dann zum Verpacken wechseln, wo ich stündlich bezahlt werde. Natürlich habe ich da auch einen gewissen Druck, aber mir gefällt die Arbeit trotzdem besser, weil man im Schuppen steht und nicht in der prallen Sonne und man zwischendurch auch ein wenig mit den Kollegen reden kann.

Wegen der großen Hitze fangen wir morgen schon um 6 Uhr an zu Arbeiten. Das bedeutet: 4:30 Uhr aufstehen… In der letzten Woche haben wir auf einem Campingplatz in Erica gecampt, heute sind wir ausgezogen und werden unser Glück auf einem kostenlosen Platz versuchen. Dort gibt es nur Plumsklos und kein fließendes Wasser (außer dem Fluss, der vorbeifließt), dafür aber schönere Natur. Mal sehen, ob wir dafür gemacht sind. Keine Angst, wir werden jeden Tag nach der Arbeit zu einer öffentlichen Behindertentoilette einen Ort weiter fahren, auf der man sogar warm duschen kann und wir haben Wasserkanister, die wir täglich auffüllen werden. Tja. Hätte ich mir vor einem Monat noch nicht so vorgestellt. Aber es ist ein Abenteuer.